Ein bisschen Farbe, eine gute Idee und plötzlich ist der eigene Arbeitsplatz ein Kunstwerk. In der Rhein-Mosel-Werkstatt haben ein paar Kollegen gemeinsam mit Graffiti-Künstler Kai Semor ihren Arbeitsraum neu gestaltet. Und dabei ging es um mehr als bunte Wände.
Die Idee hatte Marvin Weckbecker. Der Gruppenleiter hatte Kai Semor bei einem Workshop in der Berufsschule kennengelernt. Schnell war für ihn klar: Graffiti könnte genau das Richtige sein, um den eigenen Arbeitsraum lebendiger zu machen. Warum also nicht selbst zur Spraydose greifen und den Ort gestalten, an dem man jeden Tag arbeitet?
Gesagt, getan. Kai Semor, der regelmäßig Workshops an Schulen und anderen Einrichtungen gibt, kam in die RMW. Und erlebte dort eine Überraschung: Mit so viel Freundlichkeit, Offenheit und guter Laune hatte er nicht gerechnet. Für ihn wurde der Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Fabrice Jahnke war kaum zu bremsen. Erst den Pinsel geschwungen, dann die Spraydose gezückt – und schon nahm die Wand Farbe an. Streichen, sprayen, ausprobieren: Fabrice war mit vollem Einsatz dabei und fand die Aktion einfach richtig cool. Tracy Koyo-Nkembo dagegen war anfangs ein wenig aufgeregt. Eine Spraydose in der Hand, eine ganze Wand vor sich – das macht man schließlich nicht alle Tage!
Kai zeigte, wie man die Spraydose führt, Linien setzt und aus einer Idee ein Motiv entstehen lässt. Dabei ging es ihm nicht nur um die Technik. „Sprayen ist Therapie. Du findest eine andere Sprache, um deine Gefühle auszudrücken“, erklärte der Künstler.
Dass in der Gruppe etwas Besonderes passierte, sprach sich schnell herum. Immer wieder schauten Kolleginnen und Kollegen aus anderen Arbeitsbereichen vorbei. Was entsteht denn da? Wer hat das gemacht? Und könnte man so etwas nicht auch bei uns machen?
Die Antwort war am Ende ziemlich eindeutig: Davon brauchen wir mehr!


