Einmal den Arbeitsplatz tauschen, eine andere Arbeitswelt kennenlernen und herausfinden, was vielleicht noch möglich ist: Beim Schichtwechsel öffneten in diesem Jahr gleich drei Arbeitgeber aus der Region ihre Türen für Beschäftigte der Rhein-Mosel-Werkstatt.
Laura Sophie Grabka, Finn Maximini und Eva Schmitz verbrachten ihren Arbeitstag bei der Polizeidirektion Koblenz, der Volksbank RheinAhrEifel und der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz.
Für Laura Sophie ging es dabei nicht etwa an einen Schreibtisch, sondern mitten hinein in die Kfz-Werkstatt der Polizei. Dort müssen insgesamt 104 Streifenwagen gewartet und einsatzbereit gehalten werden. Ein Arbeitsbereich mit Verantwortung – und für Laura Sophie die Gelegenheit, ganz praktisch mit anzupacken und einen möglichen Arbeitsplatz außerhalb der RMW kennenzulernen.
Auch bei der Volksbank RheinAhrEifel ging der Blick über den normalen Büroalltag hinaus. Neben Einblicken in die Arbeit der Bank stand ein Besuch der Baustelle auf dem Programm: Die Volksbank bereitet derzeit ihren Umzug vor – und so wurde auch der zukünftige Arbeitsplatz gleich mit erkundet.
Bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wurde der Schichtwechsel schließlich seinem Namen in besonderer Weise gerecht. Während ein Beschäftigter der RMW die Verwaltung kennenlernte, wechselte Landrat Marko Boos die Perspektive und tauchte mit großem Interesse selbst in den Arbeitsalltag der Rhein-Mosel-Werkstatt ein.
Genau davon lebt der Schichtwechsel: Beide Seiten lernen voneinander. Die Beschäftigten können ihre Fähigkeiten in einem neuen Umfeld erproben. Unternehmen und Institutionen erleben wiederum ganz unmittelbar, welches Potenzial Menschen mit Behinderung mitbringen.
In den Gesprächen mit den beteiligten Arbeitgebern wurde dabei eine Botschaft immer wieder deutlich: Es braucht mehr Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt – und Unternehmen, die den Mut haben, passende Arbeitsplätze und Möglichkeiten zu schaffen.
Für Laura Sophie, Finn und Eva kann ein solcher Tag deshalb mehr sein als ein interessanter Einblick. Vielleicht öffnet sich eine Tür, die auch nach dem Schichtwechsel offen bleibt.


